| Ausstellung/ Eröffnungsrede von Dr. Michael Nungesser |
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Als Gründerin und Regisseurin der Theatergruppe „Theater Artaud“ hat sie selbst Ende der achtziger Jahre inszeniert und dies in jüngster Zeit an renommierten Bühnen fortgesetzt. Bei den aus der Beobachtung des Bühnengeschehens entwickelten Skizzen handelt sich unter anderem um Shakespears „Der Strum“ und „Hamlet“, um Richard Wagners „Ring der Nibelungen“, um „Pinocchio“ oder Kleists „ Prinz Friedrich von Homburg“ – zusammen mit zeitgenössischen Stücken. Sie schreibt dazu: „Ich skizziere während der Probenzeit. Die Probenzeit ist die Suche nach dem Sinn einer Handlung. Dort werden Visionen geboren und verworfen. Mich interessiert die Entstehung, der erste Mal einer Geste, das ahnende Verständnis einer Rolle und der Versuch einer Folgerichtigkeit von Handlung.“ Wie in diesem Skizzen kaum Räumlichkeiten zu erkennen sind und keine Spielabläufe wiedergegeben werden, sondern Haltungen, Gesten und Konstellationen, so finden sich auch in den großformatigen Kohlezeichnungen keine Bezüge zu Ort oder Rolle der dargestellten Figuren. Sie befinden sich in einem leeren Raum, sind mit kräftigem fahrigem Strich auf weiße Fläche des Papiers gebannt als existenzielle Metaphern von Befindlichkeiten und Beziehungen. Aus Schauspielern sind Bildakteure mit eigenen Gesetzmäßigkeiten geworden. Susanne Husemann knüpft mit ihnen auch ein wenig an ihre Erfahrung mit Antonin Artaud an, der eine karthartische Theatersprache zwischen Gebärde und Denken forderte, eine die verstört, aufrüttelt – ja auch schockiert. Husemanns Figuren haben keine Köpfe, tragen ihn unter dem Arm oder halten ihn hoch , ihnen fehlt das Gesicht, Haare verdecken die Augen oder diese sind beim Lesen verbunden. Eindrückliche drastische Bilder mentaler Zustände: Menschen verhalten sich kopflos, sehen mit innerem Auge, sind außer sich oder in sich gekehrt, träumen, demaskieren sich, lassen sich von Einbildungen oder Erinnerungen davontragen. Auch die Gemälde-Serie mit dem Titel „Swanns Welt“ , mit der die Künstlerin auf das erste Buch des Romanszyklus „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ von Marcel Proust anspielt, beschäftigt sich mit Erinnerungen.(...)“Swanns Welt“ formiert sich zu einem Meditationstableau, dem man sich nur schwer zu entziehen vermag. Auch in den übrgen Gemälden steht Natur, Landschaft, Freiraum im Mitelpunkt. Nicht als wieder erkennbares Abbild, auch nicht als stimmungshafte Impression, sondern als Evokation von Farbe.(...) Susanne Husemanns Bilder wollen warnen und mahnen, im Auge brennen und bittersüße Erkenntnisfrucht sein.
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